Jeder Prüfer hat seine eigenen Fragen und Formulierungen. Dennoch basieren alle psychologische Befragungen der MPU auf diese 7 Fragen:

  1. Aufgrund welcher Delikte müssen Sie zur MPU? Beschreiben Sie wie es dazu kam.
  2. Beschreiben Sie Ihr Fehlverhalten.
  3. Wie kam es zu Ihrem Fehlverhalten?
  4. Wann und warum haben Sie Ihr Fehlverhalten geändert?
  5. Wie werden Sie sich in Zukunft verhalten?
  6. Könnte Ihnen ein Rückfall ins alte Verhaltensmuster passieren?
  7. Wie bewerten Sie Ihre Strafe und den Führerscheinentzug.

 

zu 1.
Zählen Sie alle Delikte auf. Nennen Sie Datum, Uhrzeit und den genauen Ablauf. Bei Alkohol oder Drogen Delikten auch aufzählen, was Sie in welchen Mengen zu sich genommen haben. Bitte niemals untertreiben.

Durch Ihre Antwort zeigen Sie dem Prüfer, dass Sie sich der Schuld bewusst sind. Durch das detaillierte Beschreiben des zwischenzeitlich lange zurückliegenden Vorfalls zeigen Sie dem Prüfer, dass Sie sich mit Ihrem Vorfall auseinandergesetzt haben.

 

zu 2.
Nennen Sie Ihr vergangenes Fehlverhalten, ohne etwas zu beschönigen. Lassen Sie Erklärungen erstmal weg. Beschreiben Sie sich gerne inklusive Ihrer „alten Überzeugungen“.

Das Fehlverhalten ist meistens ein Verhaltens-Muster, das sich auch über andere Tätigkeiten im Leben erstreckt.

 

zu 3.
Hier soll es dann in die Tiefe gehen. Sie dürfen ausholen. Meist entwickeln sich Fehlverhalten in der Vergangenheit oder in „schwierigen Phasen“. Vielleicht hatten Sie negative Vorbilder oder traumatische Erlebnisse.

Gerade am Beginn einer MPU-Beratung geht es viel um die Hintergründe von Fehlverhalten.

 

zu 4.
Grund hierfür kann der Verlust des Führerscheins sein. In den meisten Fällen stellt sich aber eine Verhaltensänderung erst später ein. Beschreiben Sie, wie es Ihnen dabei ging. Was waren Ihre Hintergründe.

Voraussetzung zur Beantwortung dieser Frage ist natürlich eine tatsächlich erfolgte Veränderung.

 

zu 5.
Beschreiben Sie, Ihr neues Verhalten in allen Einzelheiten. Erzählen Sie, wie Sie heute ähnliche Situationen auf ganz andere Art und Weise erleben. Schildern Sie Erlebnisse, die Sie vor kurzem hatten.

Diese Frage lässt sich erst richtig beantworten, wenn sich das neue Verhalten schon etabliert hat.

 

zu 6.
Ein Rückfall ins alte Verhaltensmuster wäre nur denkbar, wenn das alte Verhalten irgendwelche Vorteile mit sich bringen würde. Beschreiben Sie, gerne auch in Beispielen, wie viele positive Effekte mit dem neuen Verhalten verbunden sind. Erklären Sie, wie unvorstellbar es für Sie wäre, wieder in das alte Muster zurückzukehren.

Seien Sie von sich überzeugt. Sagen Sie gerne: „Niemals …“

 

zu 7.
Rückblickend empfinden viele den Führerscheinentzug als positiv, da Sie durch die Veränderung in Ihrem Leben einen Schritt nach vorne getan haben.

Ziehen Sie für sich ein Ré­su­mé. Auf der einen Seite stehen die Kosten für Strafe, Vorbereitung, MPU, Gebühren und auf der anderen Seite die gestiegene Lebensqualität.